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Sachverständigenhonorar ist dem Geschädigten zu ersetzen

#666 von Sachverständiger
Sachverständigenhonorar ist dem Geschädigten zu ersetzen wurde erstellt von Sachverständiger
AG Salzgitter, Urteil vom 20.06.2019, AZ: 23 C 208/19

Hintergrund
Das AG Salzgitter entschied im vorliegenden Fall über die Ersatzpflicht restlichen Sachverständigenhonorars. Vorinstanzlich wurde bereits ein Teil durch die Haftpflichtversicherung des Schädigers reguliert. Die restlichen Kosten belaufen sich auf 87,68 €. Die Einstandspflicht der Beklagten ist dem Grunde nach unstrittig.

Aussage
Die Klage des Geschädigten ist begründet und der Schädiger hat die vollen Sachverständigenkosten zu zahlen.

Grundsätzlich zählen die Sachverständigenkosten zu den mit dem Schaden direkt verbundenen und somit zu ersetzenden Kosten. Auch wenn das Gutachten objektiv ungeeignet erscheint, sind die Kosten zu erstatten. Sind die Kosten für die Erstellung des Gutachtens für den Laien nicht erkennbar deutlich überhöht und stehen Preis- und Leistungsverhältnis in keinem auffälligen Missverhältnis, ist die Forderung begründet. Darüber hinaus kommt es darauf an, ob sie erforderlich waren, sie also durch einen vernünftig Handelnden ebenfalls verursacht würden.

Auch wenn die branchenüblichen Preise, die das Gericht gemäß § 287 ZPO anhand der BVSK- Honorarbefragung schätzt, leicht überschritten wurden, sind diese nicht unangemessen. Eine Überschreitung der BVSK-Honorarbefragung um 0,5 % ist für den Laien eine nicht auszumachende Überziehung.

Auch ein Auswahlverschulden kann dem Geschädigten nicht angelastet werden.

„Es ist nämlich zu berücksichtigen, dass ein Unfallgeschädigter nach einem Unfall in der Regel sehr schnell einen Sachverständigen beauftragen wird (bzw. faktisch muss) und daher gar keine längere Prüfung vornehmen kann, nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass bei einer zeitlich späten Begutachtung der Einwand der Gegenseite droht, dass bestimmte Schäden nicht unfallbedingt seien.“

Praxis
Das AG Salzgitter stellt in seiner Urteilsbegründung stark auf die Situation und Erkenntnismöglichkeiten des Geschädigten ab. Plausibilität und Erforderlichkeit sind aus Sicht des Geschädigten gegeben und das Sachverständigenhonorar in der Höhe angemessen und erstattungsfähig.
  • Sachverständiger



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    Stand: 16. April 2022

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