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Verbringungs-, Reinigungs- und Entsorgungskosten sowie Kosten für eine Probefahrt und Gutachterhilfekosten sind erstattungsfähig

#732 von Sachverständiger
AG Alfeld, Urteil vom 13.11.2019, AZ: 4  C 91/19

Hintergrund:
Die Parteien streiten über restlichen Schadenersatz nach einem Verkehrsunfall. Dabei stehen insbesondere Verbringungs-, Reinigungs- und Entsorgungskosten, Kosten für eine Probefahrt sowie Gutachterhilfekosten im Streit. Die vollumfängliche Haftung der Beklagten hingegen ist unstreitig.

Aussage:
Nach Ansicht des AG Alfeld ist die Klage vollumfänglich begründet. Die Verbringungskosten waren bereits im vorgerichtlich eingeholten Sachverständigengutachten mit 162,00 € prognostiziert und sind auch in dieser Höhe angefallen. Dabei war es dem AG Alfeld gerichtsbekannt, dass dieser Pauschalbetrag üblicherweise berechnet wird. Der Kläger war auch nicht verpflichtet, nach einer Werkstatt zu suchen, bei der diese Kosten nicht anfallen würden, und durfte sich insofern auf das von ihm eingeholte Gutachten verlassen.

Ebenso zu erstatten sind die Entsorgungs- und Reinigungskosten. Der Betrag von 13,23 € für die Entsorgung und 27,00 € für die Reinigung war ebenfalls im Gutachten in dieser Höhe veranschlagt.

Hinsichtlich der Gutachterhilfekosten führt das Gericht wörtlich aus:
„Die Firma … hätte diese Kosten auch direkt gegenüber dem Sachverständigen berechnen können, der Sachverständige hätte sie dann aber in seiner eigenen Kostenrechnung zusätzlich aufgeführt. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Firma …  die Gutachterhilfekosten  direkt gegenüber dem Kläger berechnet hat. Diese Kosten dienen letztlich der Schadenfeststellung.

Aus dem Gutachten ergibt sich, dass die Besichtigung des Fahrzeugs auf dem Werksgelände der Firma … stattgefunden hat und dass bei der Besichtigung ein Herr … anwesend war. Damit ist auch festgestellt, dass diese Kosten tatsächlich entstanden  sind.“


Insgesamt waren daher nach den Feststellungen des Gerichts weitere 259,34 €, mithin die gesamte Klageforderung, an den Kläger zu zahlen.

Praxis:
Es entspricht mittlerweile der gängigen Praxis, dass Versicherer die geltend gemachten Schadenpositionen auch bei kleinen und Kleinstbeträgen kürzen. Hier ist es zu raten einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen, der den Geschädigten bei der sinnvollen Durchsetzung seiner Interessen und Ansprüche unterstützen kann.


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    Stand: 3. November 2021

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